Ihr Maler- & Lackierermeister 

aus Wildeshausen

Wischtechniken

Im Gegensatz zur Schwamm- und Wickeltechnik sollen mit der Wischtechnik weiche, organische Oberflächen geschaffen werden. Durch den beliebten Landhausstil sind antikisierte, künstlich gealterte Oberflächen sehr aktuell geworden. Abgewitterte, sonnengebleichte Hauswände mediterraner Länder sind die Vorbilder für diese Technik. Um die Wirkung möglichst exakt wiederzugeben, sollten natürliche, erdige Töne oder zumindest gedeckte, aufgehellte Farbtöne - wie ein verwaschenes Blau oder Grün - gewählt werden. Um die gewünschte Oberfläche zu erzielen, das heißt verwaschene, weiche Übergänge von ähnlichen Farbtönen, durchscheinende und übereinander liegende Farbschichten oder raue, abgeblätterte und rissige Flächen, ist je nach vorhandenem Untergrund die Verwendung von unterschiedlichstem Material und Werkzeug möglich. Auf glatten Oberflächen eignen sich sowohl Pinsel als auch Schwämme und Stofflappen zum Auftragen der Farben. Auch große Glättspachtel können verwendet werden. Letztere eignen sich besonders beim Auftrag von gefärbten Dekorputz wie "stucco veneziano", welcher nicht nur in kleinen Spachteltexturen, sondern auch in großen, weichen Schwüngen aufgetragen werden kann. In vielen Fällen benötigen Sie einen breiten Naturborstenpinsel, einen sogenannten Vertreiber, um durch den Farbauftrag entstandene härtere Strukturen auszugleichen. 



  1. Die verwendeten Farben können sowohl deckend als auch lasierend sein. Außerdem kann den Wandfarben Quarzsand beigegeben werden, um eine porös wirkende, stark strukturierte Oberfläche zu erhalten. Wenn Sie nass in nass arbeiten, also die Farben vom vorangegangenen Farbauftrag vor dem Weiterarbeiten nicht trocknen lassen, erhalten Sie besonders natürliche, fließende Farbverläufe.
  2. Wenn Sie durch die Beigabe von Quarzsand zusätzlich zur Farbe eine feine Struktur auf die Wand bringen möchten, geben Sie der Wandfarbe vor dem ersten Arbeitsgang Sand mit der gewünschten Körnung zu. Mischen Sie die Farbe gut durch, und tragen Sie die Mischung mit einem Deckenpinsel in großzügigen Schwüngen auf die Wand auf.
  3. Dann wischen Sie mit einem großen Pinsel abgetönte Wandfarbe auf die noch feuchte Fläche. Wischen Sie immer in unterschiedlichen Richtungen, und achten Sie darauf, möglichst fließende Farbverläufe zu erhalten. Halten Sie in Farbschalen oder Mischeimern unterschiedlich abgetönte Farben bereit, und tragen Sie die einzelnen Töne im Wechsel neben- oder übereinander auf. Auch wenn Sie unterschiedlich dicke Pinsel verwenden, erhalten Sie interessante Strukturen.
  4. -6  Auf glatten Flächen wird bevorzugt mit Schwämmen oder Bürsten gearbeitet. Kunststoffschwämme mit einer glatten, leicht behaarten Seite sind besonders gut geeignet, die Farbe weich zu verwischen. Wenn Sie Naturschwämme verwenden, müssen Sie eventuell entstandene harte Strukturen mit einem Vertreiber egalisieren. Wie auf den Abbildungen zu sehen ist, sind sowohl stark verwischte Übergänge als auch deutlicher sichtbare Wischer sehr wirkungsvoll. Vor allem mit dem Schwamm eignet sich ein abtragendes Vorgehen: Dabei wird zuerst Farbe mit dem Roller auf die Wand aufgetragen und in einem nächsten Arbeitsgang im gewünschten Duktus verwischt.

    Folgen Sie beim Farbauftrag Ihrer Intuition, und sehen Sie sich die Fläche immer wieder aus der Ferne an, damit das Ergebnis nach Wunsch ausfällt. Für alle großen Flächen gilt ebenso wie für Räume mit mehreren zu gestaltenden Wänden: Arbeiten Sie jeden Arbeitsschritt auf allen Flächen in einem Zuge durch, damit alle Flächen die gleiche "Handschrift" tragen. Man braucht sehr viel Übung, um nach einer Unterbrechung in exakt der gleichen Art und Weise weiterarbeiten zu können. Am besten, Sie suchen sich einen Helfer, sodass jede Person einen Arbeitsschritt von Anfang bis Ende durchführen kann. Auch hier ist es wichtig, dass die Farben in der Zwischenzeit nicht trocknen und unschöne Trockenränder hinterlassen.

    Profitipp
    Bei neuen Pinseln brechen leicht die Borsten ab. Verwenden Sie deshalb nur hochwertige und gut zugearbeitete Pinsel, da sich deren Borsten nach Gebrauch runden.